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Der Tag an dem meine Sonne verschwand (Short Version)



 
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regndrape
Schreiberlehrling


Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 11.06.2007
Beiträge: 11
Wohnort: Ruhrgebiet

Beitrag Titel: Der Tag an dem meine Sonne verschwand (Short Version) Antworten mit Zitat

Hallo,
*räusper*
Nun ähm ja...ich dachte ich quäle euch mal mit einer Story. Thema? Tod. Ich schreib selten über was weniger trauriges. Vielleicht, weil es mir einfach hilft Sachen zu verarbeiten. Na ja...es gibt von der Story auch ne lange Version, aber die wollte ich euch nicht antun. Das hier ist nämlich eigentlich nur Teil 1. Ich bin noch nicht einmal fertig, aber ich habe vor, die Story irgendwann einmal abzuschließen, wenn möglich in der nächsten Zeit. Na ja...auf jeden Fall freue ich mich sehr über FB und auch über Kritik, denn ich will gerne wissen, was ich noch verbessern kann. Viel Spaß beim lesen!
lg
regndråpe

-

Der Tag an dem meine Sonne verschwand

Gibt es eine Frage, die schwerer zu beantworten ist, als die nach dem Warum? Es gibt so viele Fragen, die sich mit dem Warum beschäftigen, sie sind zahllos. Der Mensch selbst erfindet immer wieder neue, immer wieder schwerer zu beantwortende Fragen. Warum tun Menschen das, was sie tun? Das ist eine von diesen Fragen. Warum töten Menschen sich gegenseitig? Warum lassen Menschen sich nicht gegenseitig in Frieden leben? Die Frage nach dem Warum. Warum sterben Menschen? Warum passieren Unfälle? Warum muss jeder Mensch irgendwann sterben? Warum sterben Menschen, die noch so jung sind? Die Frage nach dem Warum. Warum ist für uns die am schwersten zu beantwortende und die wichtigste Frage. Warum gibt es ein Warum? Warum können wir uns manche Sachen nicht erklären?

Jeder Mensch weiß, was Dunkelheit ist. Was Einsamkeit ist. Dunkelheit ist dort, wo kein Licht die Schwärze durchbricht, man noch nicht mal seine eigene Hand vor Augen sieht, geschweige denn seinen Weg. Einsamkeit ist dort, wo kein anderer Mensch ist, wo man verlassen ist. Dunkelheit und Einsamkeit liegen sehr nah beieinander. Denn dort, wo Dunkelheit ist, ist auch Einsamkeit, in der Einsamkeit wiederum liegt die Dunkelheit. Wir wandeln durchs Leben auf der Suche nach einem Pfad, der nicht durchs Dunkel führt. Einem Pfad auf dem wir weitergehen können, vom Leben bis zum Tod. Unserem Weg. Doch manchmal ist dieser Weg kompliziert, er hat Kurven und führt teilweise auch durch die Dunkelheit. Verzweiflung. Wir zittern, erhoffen uns einen Weg aus dem Dunkeln, zurück ins helle Licht. Manchmal gibt es diesen Weg für uns. Manchmal gibt es ihn nicht. Dann versinken wir in der Dunkelheit. Wir leben nicht mehr. Aber unser Lebensweg ist auch nicht zu Ende, denn unser Körper lebt noch. Aber innerlich, da sind wir schon tot. Ich wusste immer, dass diese Form des Todes anders ist als Ana’s Tod. Ana war nicht mehr da- ich schon, aber ich hatte teilweise das Gefühl, nicht mehr da zu sein. In Gedanken sah ich nur einen dunklen Raum in dem ich eingesperrt war, in meinen Gefühlen ertrinkend, laut um Hilfe rufend, nicht mehr weiter wissend, mit einer verschlossenen Tür. Aber niemand hörte mich. Ich war alleine. Allein sein. Wenn man dieses Wort liest, dann hört sich das vermutlich nicht so schlimm an, weniger schrecklich als es ist. „Ich bin heute Abend alleine zu Hause“. In diesem Fall ist allein sein nichts schlimmes, nein viel mehr freut man sich in meinem Alter darüber, die Eltern für einen Abend los zu sein. Alleine zu sein. Denn man weiß, sie werden wiederkommen und man wird nicht mehr alleine sein, auch wenn natürlich keiner weiß, was passieren wird, eventuell werden sie nicht wiederkommen. Aber zurück zum alleine sein. Allein sein ist etwas Schlimmes. Schrecklich ist es, wenn man weiß, dass keiner da ist, der wiederkommt. Wenn man weiß, dass man wirklich alleine ist, auf sich gestellt. Das man niemanden hat. Alleine sein ist etwas das weh tut, das einem die Tränen in die Augen treibt und einen verzweifeln lässt. Das einen in eine Misere stürzt aus der man nur schwer entfliehen kann. Das einen in die Dunkelheit treibt, vom Weg abkommen lässt. Man verliert ihn aus den Augen und man weiß nicht mehr, was man tun soll. Und heraus kommt man nur, wenn einem jemand die Hand reicht, wenn man nicht mehr alleine ist und darauf vertrauen kann. Ich war alleine. Ich war davor noch nie alleine gewesen. Ich hatte immer jemanden gehabt. Ana.
Ana und ich kannten uns schon eine Ewigkeit. Das ist ein langes Wort, aber wir konnten es wirklich als eine Ewigkeit bezeichnen. Wir kannten uns seit unserer Geburt. Anas und meine Mutter waren beste Freundinnen und das schon seit dem Kindergarten. Zusammen hatten sie während der Schwangerschaft alles gemacht. Sie hatten Zimmer ausgesucht, Babykleidung, sogar unsere Namen waren eine Erschaffung ihrer Kreativität. Ana und Elisabeth. Und so wie unsere Namen waren auch wir verschieden. Ana, die große, dünne, schwarzhaarige, braunäugige, die Sport verabscheute und Kunst über alles liebte und ich, von Anfang an immer nur Elise gerufen, die kleine, brünette, blauäugige, die Sport liebte und Kunst hasste. Ana, die Offene. Elise, die Nachdenkliche, Schüchterne. Und doch waren wir von Anfang an beste Freundinnen. Unsere Freundschaft ging wirklich tief. Wir brauchten uns nur ansehen und wussten, was der andere dachte, wir waren immer füreinander da. Wir wären füreinander gestorben und doch dachte keiner, dass jemals einer von uns so früh gehen müsste. Und wenn hätte ich es sein müssen, denn Ana hatte immer so viel mehr gelebt als ich.
Ana akzeptierte alles an mir. Sie nahm mich einfach hin, wie ich war. Ana war liebenswürdig, sie war freundlich und offen, auch manchmal tiefsinnig. Sie verstand sich mit allen gut. Und deswegen wunderte es auch alle, dass sie sich gerade mich als Freundin suchte. Mich, die immer so verschlossen war, kaum jemanden an sich heran ließ, die immer so nachdenklich und schüchtern war. Aber Ana nahm mich als beste Freundin. Sie verteidigte mich vor allen, denn ich war ihr wichtiger als die ganze Klasse zusammen. „So jemanden wie dich finde ich nicht mehr in meinem Leben. Du bist etwas ganz besonderes!“ sagte Ana, die so viel Selbstvertrauen hatte, zu Elise, die das Wort Selbstwertgefühl erst im Wörterbuch nachschlagen musste. Kurz: Ana und ich waren unzertrennlich. Und sie lockte mich oft aus der Reserve, mit der Zeit wurde ich immer lockerer, wurde ihr immer ähnlicher. Und ich brachte sie zum Nachdenken. Wir ergänzten uns Prima. Wir waren glücklich. Glück, was ist das? Für uns war es, die Nähe des anderen, zu wissen, das jemand da war, der einen fing, wenn man fiel. Aber einmal fiel Ana und ich war nicht dabei. Warum nicht? Warum war ich nicht da, als du mich am meisten brauchtest? Warum? Ana, mein gefallener Engel, warum musste so etwas passieren?
Eigentlich will ich mich nicht daran erinnern. Es tut zu sehr weh, jeder Gedanke daran. Ich habe sie verraten, dass ist es, was ich denke. Ich habe meine beste Freundin verraten. Ich war nicht da. Und nicht da sein ist nichts tun. Einstein hat einmal gesagt: ‚Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen’. Ich habe das Böse zugelassen. Ich habe deinen Tod zugelassen. Es tut mir Leid.


Ende
11.06.2007, 18:08
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naranja
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 04.06.2007
Beiträge: 177
Wohnort: Rostock

Beitrag Titel: Antworten mit Zitat

Hey regndrape,
man, deine Story hat mich echt unglaublich traurig gemacht!
Dieser Vorgang darein, dieses Realisieren, was passiert ist, das ist einfach unglaublich. Es ist wirklich ergeifend und ich musste unweigerlich daran denken, was passieren würde, wenn ich mich in so einer Lage befinden würde.
Was du über Dunkelheit umd Einsamkeit gesagt hast, finde ich ebenfalls großartig und vorallem eines: wahr!

Ich hoffe, du hast verstanden, was ich dir sagen wollte!

GLG anny
_________________

Easy for a good girl to go bad, and once we gone, best believe we gone forever.
*** ~~||~~ +++ ~~||~~ ***


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12.06.2007, 12:04
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